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Die Loveparade 2008 kann einen neuen Besucherrekord feiern. Die weltgrößte Technoparade hat neue Maßstäbe gesetzt und bewiesen, dass sie nach vielen Jahren in Berlin mitten im
Ruhrgebiet ein neues Zuhause finden konnte. Schon im vergangenen Jahr wurden 1,2 Millionen Besucher in Essen gezählt, dieses Jahr waren es - trotz zum Teil monsunartiger Regenfälle - noch
einmal 400.000 mehr. Der bisherige Rekord lag bei 1,5 Millionen Teilnehmern, die 1999 in Berlin gezählt wurden. Doch bei aller Freude über das große Interesse an der elektronischen
Musik darf nicht verschwiegen werden, dass bei der Organisation bei Weitem nicht alles rund lief.
Schon die Anreise erwies sich als Spießrutenlauf - nicht nur für die Polizei, sondern auch für die Deutsche Bahn und im wahrsten Sinne des Wortes für viele Reisende. Ein
Oberleitungsschaden sorgte dafür, dass viele Raver über mehrere Stunden auf dem Bahnhof in Essen festsaßen. Doch das war nicht das einzige Problem. Züge stoppten in mehreren
Fällen kurz vor Dortmund auf offener Strecke und zahlreiche Loveparade-Fans setzten ihre Reise kilometerweit zu Fuß über die Gleise fort. Gefährlich, aber in gewisser Weise
auch verständlich, nachdem an eine Weiterfahrt auch nach rund 45 Minuten nicht zu denken war.
Ähnliche Zwischenfälle konnten auf dem Rückweg meist zwar vermieden werden, der Bahnhof in Dortmund musste jedoch mehrfach wegen Überfüllung gesperrt werden. Die Folge: es
musste Geduld aufgebracht werden, bis endlich der Zug erreicht werden konnte. Dass es zu keinen Tumulten kam, war der Polizei zu verdanken. Über mehrere Straßensperren regulierte sie den
Zufluss der Besucherströme in Richtung Hauptbahnhof. Trotz der langen Wartezeiten ein durchaus sinnvolles Konzept. Dabei konnte allerdings nicht verhindert werden, dass es bei diversen
Personen - meist bei jungen Frauen - aufgrund der zum Teil beängstigenden Enge zu Kreislaufzusammenbrüchen kam.
Abzuwarten bleibt, wie Veranstalter, Organisatoren und Sicherheitskräfte im kommenden Jahr die Besucheranstürme meistern werden. Der Bahnhof in Bochum ist deutlich kleiner als jener in
Dortmund. Denkbar, dass es zu ähnlichen Problemen kommen wird, wenn zum Beispiel nicht mehr Ausweichbahnhöfe mit in das Konzept eingebunden werden.
Zu hoffen bleibt aber auch, dass die Sachbeschädigungen an den Wagen der Deutschen Bahn geringer ausfallen. Herausgetretene Fenster, mutwillig zerstörte Beleuchtungen und
Deckenverkleidungen werfen kein gutes Licht auf die Besucher - leider!
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